Ich verwende der Einfachheit halber die polnischen Ortsnamen, da diese in der polnischen Campingkarte vorhanden sind. Diese Karte zeigt wesentlich mehr Campingplätze und Biwakplätze auf, die teilweise natürlich nicht den Standard der großen Campingführern erfüllen. Dies ist für uns allerdings nicht besonders wichtig, wobei wir auch gerne teilweise frei stehen.
Gemütlich reisten wir nach einem Kurzbesuch in Berlin nach Polen. Nachdem wir bisher gerne nach Masuren gereist sind, hatten wir uns diesmal die Gegend um Posen als Ziel ausgesucht.
Die Gegend von Frankfurt/Oder nach Posen ist sehr schön, mit vielen Seen, touristisch kaum erschlossen. Der erste einfache Campingplatz lag in Zbgaszyn direkt an einem See.
Am nächsten tag ging es nach Poznan, diese Stadt ist auf jeden Fall einen mehrtägigen Besuch wert. Wir wollten jedoch erst ein paar Tage ausspannen und hatten uns hierfür bei bestem Wetter Skorzecin im Powidzki Park Krajohrazowy ausgeguckt. Der Campingplatz sollte lt. Großem Reiseführer unter anderem die Möglichkeit bieten, Boote auszuleihen. Der Platz ist mit allen Vorrichtungen ausgestattet, bis hin zu einer Shoppingmall mit diversen Restaurants und Fahrgeschäften. Da wir mitten in der Woche ankamen, war der Platz gut besucht, jedoch konnte man noch einen Platz selbst aussuchen. Zum Wochenende sollte es dann richtig voll werden, wir standen in der Rubrik bei den jungen Leuten, da die Familienplätze belegt waren. Logischerweise war hier Party angesagt, da uns das zu rummelig wurde, fuhren wir nach 2 Nächten ca, 10 km weiter. Der Platz in Powidz am Nachbarsee See war überschaubar und hatte eine gute Mischung aller Altersklassen.
Auch hier konnte man Boote ausleihen, da ich aber kein Boot betrete und doch eine gute Brise wehte, verzichtete Manfred auf einen Törn.
Als nächstes stand Thorun auf dem Programm, eine wirklich sehenswerte alte Stadt. Hier trafen wir auch auf „internationales“ Publikum, der Platz ist citynah gelegen und der perfekte Platz auf dem Weg nach Masuren.
Das nächste Ziel nach einem Kurzaufenthalt auf einem weiteren einfachen Platz war Biskupin mit einem schönen Freilichtmuseum und einer Schmalspurbahn. Da dies der erste bedeckte Tag war, bot sich ein Besuch des Museums an, die vorherigen Tage waren so heiß, dass wir wenig unternommen haben. Das Freilichtmuseum ist wirklich empfehlenswert, hier wurde eine Slawensiedung (ca. 735 vor Christus) ausgegraben, zur Veranschaulichung der gesamten Anlage wurden etliche Langhäuser originalgetreu aufgebaut.
Über Gniezno ging es wieder nach Poznan, hier konnten wir leider nicht auf dem schönen Platz mitten in der Stadt stehen, da dort die Rudereuropameisterschaft ausgetragen wurde. Wir verbrachten die Nacht in Baranovo, ein schöner Platz in ländlicher Umgebung, ca. 10 km von Poznan entfernt. Am nächsten Tag haben wir weiter Poznan besichtigt, wirklich eine schöne sehenswerte Stadt!
Weiter ging es auf einen einfachen Campinglatz in Steszew, wieder mal direkt an einem schönen See. Da auch dieser Platz in der Nähe von Poznan lag, ging die Besichtigungstour der Stadt am nächten Tag weiter bevor wir zum Schloß Rogalin und dem Park in Kornik weiterfuhren. Beide sind unbedingt sehenswert, in Rogalin kann ist eine Kutschenausstellung, eine Gemäldegalerie sowie ein schön angelegter Garten zu bewundern. Im Park von Kornik sind verschiedene alte Bäume (Arboretum) aus aller Herren Länder zu sehen, nett war auch die Führung per Guide durch den Landsitz mit großer Bibliothek.
In Trzciel fanden wir eine versteckte Feriensiedlung, wieder direkt am See mit schönen Hütten und guter Sanitärausstattung. Die Besucher/Bewohner dort waren äußerst höflich, wie einem in Polen eigentlich überall begegnet wird und wunderten sich offensichtlich, dass wir den versteckt liegenden Platz gefunden haben.
Weiter gings zum nächsten Traumplatz in Wilkowo, hier war wesentlich mehr Betrieb, was sicherlich auch am Wochenende lag. Hier trafen wir nach Tagen auch mal wieder auf einen Camper, der Deutsch sprach, auf fast allen Plätzen waren sonst ausschließlich polnische Besucher.
Mit einem Kurzbesuch in der Partnergemeinde unserer Heimatstadt, Mysliborz, schlossen wir unsere Rundreise ab, da es wie aus Kübeln anfing zu regnen. Wir hatten die Zeit über weder Radio noch Zeitungen, geschweige denn Fernsehen, so dass wir die Wetterlage am Oderbruch nicht mitverfolgt hatten.
Die letzten Urlaubstage verbrachten wir bei schönem Wetter in Berlin, bevor es wieder gen Heimat ging.
Insgesamt war es mal wieder ein sehr schöner Urlaub, wir fühlen uns in Polen immer wohl. Die Leute sind zuvorkommend, irgendeiner spricht immer Deutsch oder Englisch, sonst reichen auch Hände und Füße. Wir haben viele traumhafte Plätze gefunden, bei denen wir uns bei der Abreise immer fragten, ob wir so einen schönen Platz wieder finden, aber es kam immer besser......
Einige Bilder sind im Album eingestellt





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