Eine kleine Gruppe unbeugsamer Kastenwagen-Besitzer/innen widersetzte sich tapfer einem Schamanen, sprich einem Blender:
Die Szenerie:
Es spielte abends am Lagerfeuer einer Gruppe Menschen. Im fahlen Licht des Feuers waren gerade noch die kreisförmig angeordneten Planwagen in weiß, hellgrün oder auch orange erkennbar.
Um das Feuer tanzte ein Schamane von dicklicher Figur mit glasigem aber starrem Blick, d.h. vollkommen in Trance. In der rechten Hand führte er, wie ein Speer, eine Markisenkurbel zum Himmel. In der linken hatte er ein Voodoo-Gefäß das aussah wie ein 0,5er Bierglas. Aus dem Singsang des Schamanen waren Worte wie „Gaga“ zu erkennen, als er um das Feuer stapfend seinen Kult darbot. Angetrieben von dem monotonen stimmungsgeladenen Klatschen der anderen Menschen.
Und jetzt kommt’s: Der Schamane war nicht baarfuß…
Als weiteres okkultes Objekt führte der Schamane an seiner Hüfte baumelnd einen Staubwedel mit, wahrscheinlich wollte er seine Anhängerschar mit der Flüssigkeit im Williglas segnen.
Durch den aufpeitschenden Applaus fühlte sich der Schamane zu höhere Leistung berufen und begann, sein Becken rhythmisch vor und zurück zu werfen, (sah aus wie eine Luftnummer). Parallel dazu hüpfte er mit beiden Beinen ein Stück vorwärts, was dazu führte, das nach ein paar Hopsern sein Beinkleid nach unten rutschte.
Zu allem Ungemach war da noch der vorstehenden Ast vom Lagerfeuer und in Kombination mit dem unpassenden Schuhwerk kam er ins straucheln.
Verlor erstmal das Gleichgewicht und versuchte sich aber mit einer unglaublichen Körperbeherrschung zu retten in dem er Markisenkurbel und Voodoo-Gefäß hoch in die Luft warf und mit den nun freien Armen wild ruderte.
Der heilige Trank ergoss sich schlagartig in das Lagerfeuer was zu einer Ascheverpuffung führte und den Schamanli samt Staubwedel in dunkles Schwarz hüllte. Nur seine aufgerissenen weißen Augen lugten im gespenstigen Licht überdeutlich hervor.
In dem Moment schlug die Markisenkurbel auf ihrem Weg nach unten auf dem verstörten Schamanen ein. Er hatte aber Glück und die Kurbel schlug mit dem gepolsterten Griff auf seine Kopf, so dass er das Bewusstsein behielt.
Die Situation drohte zu eskalieren und das Ansehen des Schamanen geriet ins kippen. Er machte sich deshalb gestützt auf die leicht verbogene Markisenkurbel auf den Weg zu seinem weißen kastenförmigen Zelt. Da er sich aber immer noch in Trance befand und durch die Asche nicht gut sah, fand er den Zelteingang nicht.
Jetzt kommt das wirklich magische:
Beim umrunden des Zeltes auf der Suche nach dem Eingang, zeichnete sein Staubwedel mit der schwarzen Asche ein eigenartiges aber gleichmäßiges Muster auf das Zelt.
Das machte ihn in den Augen seiner Jünger, die gebannt und starr vor Erfurcht dastanden, zu einem wahrlichen Meister und er genießt wohl Ansehen bis in alle Ewigkeit.
Er war aber noch nicht drin im Zelt!
Er fand nach etlichen Umrundungen zwar den Eingang, hatte aber vergessen, dass er die Markisenkurbel eigentlich genau vor dem Eingang abgelegt hatte. Wie sollte er sich auch sonst mit beiden Händen vorwärts tastend am Zelt hätte sichern können?
Er trat mit der vollen Wucht seines filigranen Körpers auf die Kurbel, machte dadurch einen zweiten Knick (s. Teil 1) in das Rohr, verhedderte sich aber dermaßen, dass letztendlich die Kurbel mit Schwung an seinem Hinterkopf vorsprach. Das verursachte den dritten Knick in dem Rohr.
Das Schamanli ging mit einem dumpfen „Hmmmpf“ zu Boden und die fast fertige Kurbel legte sich sanft und zärtlich neben ihn.
Er ging also mit Schuhen ins Bett, was bekanntermaßen eine üble Lederallergie, verbunden mit heftigen Kopfschmerzen am nächsten Morgen, auslöst. Ein Wunder dass er überhaupt überlebt hat. Als er aufwachte und vors Zelt ging, trat er gleich noch mal auf die Kurbel und machte mit dem vierten Knick die fast göttliche aber dennoch finale Form perfekt.
Das heißt: Dieses lustige Schamanli hat aus einem dusseligen Allerweltsspeer die Kurbel erschaffen!
Ihr ahnt es wohl alle schon:
Diese Form des Speeres wird aus Ehrerbietung an diese mittlerweile wahre Begebenheit heute noch genau so angefertigt, wenn auch die Arbeitsschritte unwesentlich differieren.
Selbstredend weiß der aufgeschlossene Kastenwagen-Besitzer/inn, daß das so nicht stimmen kann.
Gute Nacht
P.S. Auf mehrfachen Wunsch eines Einzelnen...





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