Panoptikum der Stellplatztechnik

  • Panoptikum der Stellplatztechnik


    Kein Reisefahrzeug ist wirklich autark. Wir sind abhängig von vielen äußeren Dingen. Befahrbare Wege, gemütliche Übernachtungsplätze, Diesel für den Motor, Propan für die Heizung, Strom für Kühli und Kaffeemaschine, Funkmaste für die Sozialkontakte, Wasser gegen Durst und Verwahrlosung, schönes Wetter und Attraktionen für die gute Laune...


    Ganz besonders abhängig sind wir von der Toleranz der Eingeborenen. Sie bauen die Infrastruktur auf, planieren und befestigen den Platz, errichten Stromsäulen, Wasserhähne, Abflüsse, Absperrungen, Infotafeln und natürlich Bezahlautomaten. Sie erdulden klaglos den provozierenden Anblick unserer Luxus-Freizeitfahrzeuge, sehen oft großzügig über unsere Fehler hinweg und begnügen sich meistens mit kleinen Beträgen.


    In Europa gibt es inzwischen (laut einer bekannten Webseite) über 18000 Wohnmobilstellplätze, über 8000 Campingplätze und dazu noch mal über 1100 spezielle Entsorgungsplätze. Wer ab und zu woanders hin fährt, muss sich auf Überraschungen einstellen. Die Technik zum Andocken ist teils professionell vorgefertigt, teils phantasievoll selbstgebaut. Neben fast perfekten Ideallösungen findet man auch merkwürdige Details und üblen Murks.


    Der Campingfreund ist anpassungsfähig. Er nutzt geschickt, was er vorfindet, und macht seine Erfahrungen. Nach und nach ergänzt und modifiziert er seine Ausrüstung, bis er nirgends mehr unverrichtet wegfahren muss...


    ... und wenn er wieder mal ein ungewöhnliches Stück Stellplatztechnik erspäht hat, macht er ein paar Fotos und zeigt sie zur allgemeinen Erbauung hier im Kuriositätenkabinett.


    Grüße vom Poly

  • Giganten aus Edelstahl


    Auf halbem Weg zwischen Trondheim und Oslo an der Reichsstraße Nr. 3 steht seit 2015 der "Storelgen". Ein riesiger Elch aus spiegelblank polierten Edelstahlmuskeln "Made in China". Über zehn Meter hoch ist der Koloss und wirklich eindrucksvoll. Hintergedanke war die Verbesserung der Verkehrssicherheit. Wie die bunten Elchgeweihe aus Plaste, die entlang der Straße reihenweise in den Bäumen hängen, soll er auf die Gefahr von Zusammenstößen mit echten lebendigen Elchen aufmerksam machen. Außerdem soll er die Autofahrer zu einer Rast "überreden" und damit etwas gegen Müdigkeit und Sekundenschlaf tun.


    Wir hatten den Eindruck, dass er das lokale Unfallrisiko eher verschärft. Brummifahrer, die das Monstrum erstmals sehen, treten mitten im fließenden Verkehr bei absolutem Halteverbot voll in die Eisen und kramen nach ihrer Knipse, während sich die anderen Autos vorsichtig um sie herumschlängeln müssen. Ob das immer gut geht?



    Etwas weiter südlich entdecken wir diese kubistische Skulptur der Marke "Autosan 2000".



    Ebenfalls Edelstahl, groß, auffällig und kaum zu übersehen. Da hat sich ein Designer richtig Mühe gegeben, um Funktionalität und goldenen Schnitt unter einen kompakten Hut zu bringen.



    Rechts der Trichter für den Toiletteninhalt.

    Vorne ein Wasserhahn mit Zollgewinde.

    Darüber ein einsamer Druckknopf, der die Spülung des Bodeneinlaufs aktiviert.



    Links ein integriertes Waschbecken mit Sensorbetätigung um sich nachher die Pfötchen zu dekontaminieren.



    Aber genau wie der Elch erfüllt auch dieses edle Stahlgehäuse die zugedachte Aufgabe nicht ganz so wie geplant.


    Ein einheimischer VI-Fahrer, der eben vor uns seine graue Kassette geleert hat, balanciert diese anschließend mühselig unter den Frischwasserhahn um sie auszuspülen. Zu seiner Ehrenrettung sei gesagt, dass er eine direkte Berührung vermeidet. (Wir haben den Hahn dann trotzdem erst mal gründlich gespült und eigenes Equipment verwendet. )



    Dabei hätte er es viel einfacher haben können. Die Kassettenspülung befindet sich direkt über dem Trichter, in den er seine Ladung reingeschossen hat und auf das Fußpedal mit dem man sie betätigt, wird in drei Sprachen hingewiesen. Tritt man drauf, rauscht ein echter norwegischer Spyling-Fossen wie ein Wolkenbruch herunter.



    Wahrscheinlich hat er diese Details einfach nicht gesehen. Zu viel spiegelndes Metall birgt immer die Gefahr einer Reizüberflutung. Deshalb darf man auch ein Auto nie komplett verchromen. Das Messingrohr der Spülung schaut nur ein kleines Stück heraus und der unauffällige Hinweis auf das Fußpedal ist in Kniehöhe. Sobald der wilde Jägersmann mit scharf geladener Klokassette direkt davor steht, sieht er es nicht. Dann denkt er sowieso nur an zielen und treffen. Nach dem Schuss fällt sein Blick aber unweigerlich auf das in Augenhöhe eingravierte Symbol "Wasserhahn" und ich wette, dass neun von zehn Schützen genau dem Pfeil in die Irre folgen.

    ;-)

    J+J

    (PS: Exemplarisches Beispiel. Bitte keine offene Nennung von Stellplatznamen o. Ä.)

  • Da kann ich doch gleich von unsere aktuellen Reise etwas beisteuern.

    CP in Kroatien, als vierter in der Schlange stehend beobachtet, dass mehrere Mobilisten erst den Schlauch zum Spülen in den Stutzen der Kassette und dann in den Einfüllstutzen des Wassertanks halten.

    Immer wieder fällt uns auf, dass gerade Italiener da seeehr schmerzfrei sind.

  • dass gerade Italiener da seeehr schmerzfrei sind


    stimmt, das habe ich in Hamburg auch schon erlebt. Vor mir ein Italiener, der Trinkwasserflaschen am Schlauch füllen wollte, mit dem er gerade die Kassette gespült hatte. Ich konnte nicht anders, als ihm den "sauberen" Schlauch 3m weiter zu zeigen...., allein der Gedanke <X

    Er hat sich auch ganz lieb bedankt, aber wenn ich so lese, dass das schon viele von Euch auch so erlebt haben, scheinen die Italiener einfach robustere Mägen zu haben ;)

  • Nordische Momente


    unter grauem Himmel am grauen Meer. In Vorpommern lag am Vortag noch Schnee. Hier in Ostfriesland stehen wir etwas näher am Golfstrom aber zum Baden reichts noch nicht. Am Horizont als schmaler grauer Streifen die vorgelagerten Inseln. Über der Marsch verteilt sich direkt vor dem Stellplatz ein Gänseschwarm. Erstaunlich, wie nahe die Tiere bei den Wohnmobilen lagern. Plötzlich fliegen alle gleichzeitig auf und in Panik davon. Ein süßer kleiner Wuffi tobt über den Platz und kläfft nun traurig hinterher. Da war wohl die unsichtbare Leine ein bissl zu lang. OK, die Vögel werden sich schon wieder beruhigen. Aber hier sind sie nun leider erst mal weg. Schade, ich hätte gern noch mehr Bilder gemacht.


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    Die Platzgebühr ist happig und kann -oh Wunder- am Automaten direkt mit Karte bezahlt werden. Ist ja fast wie in Schweden. Im Ausland hab ich mir angewöhnt, solche Blechkameraden erst mal gründlich zu studieren, bevor ich was Wertvolles reinstecke. Man wird sonst leicht zum "freiwilligen Spender". Eine Übersetzungsapp ist hilfreich. Dieser Kassierer kann aber schon deutsch. Geschwätzig verrät er, dass man für Strand und Freibad gleich mitbezahlt. Leider gibt er keinen Rabatt für Nichtbade-Wetter.


    Die Beschriftung folgt ihrer eigenen Logik. Dass man zuerst den gelben Knopf drücken muss, steht sogar zweimal da, aber immer erst am Schluss der Erklärung. So viel Geduld hat doch heut Keiner mehr und liest erst den ganzen Roman durch. Die Leute schauen auf den Anfang des Schemas, stecken sofort was rein, drücken weiter ... und wundern sich, wieso nur ein PKW-Ticket rauskommt. Dann lesen sie das Postskriptum: "April-April! Du hast die gelbe Taste vergessen!"


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    Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten.


    Der brave Familienvater zieht zähneknirschend ein zweites Ticket, diesmal mit der gelben Taste und im richtigen Tarif. So eine Zusatzeinnahme ist den fallenstellenden Platzbetreibern natürlich am liebsten.


    Der Kämpfertyp legt das falsche Ticket ins Auto und bereitet sich für den Fall einer Kontrolle auf einen verbalen oder juristischen Schlagabtausch vor. Wozu hat man schließlich eine Rechtschutzversicherung.


    Der Choleriker brüllt eine Weile herum, haut ein paar mal auf den Automaten, zerknüllt das falsche Ticket, stellt fest dass er sowieso nicht mehr genug Münzen dabei hat, setzt sich wieder in sein Wohnmobil und fährt resignierend weiter. Dabei bleibt er noch mit der ausfahrbaren Trittstufe am Bordstein hängen.


    Wir haben das richtige Ticket gezogen und dürfen am nächsten Morgen auch ganz legal auf die V/E.


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    Der Entsorgungsplatz sollte, geht man nach der Beschilderung, eigentlich keine Wünsche offen lassen. Die rote Münz-Frischwassersäule steht links erfeulich weit weg, ist aber außer Betrieb! Dafür hängt rechterhand ein langer verwitterter Schlauch mit kostenlosem Wasser zur "universellen Nutzung" bereit. Hach wie großzügig und so verlockend. Und wieder einmal ist der Campingfreund hin und her gerissen, ob er dem Anschluss vertrauen darf, oder besser Pfoten und Gardenakupplung davon lässt. Schwierige Frage. Wir haben noch halbvoll und verschieben das Nachfüllen auf den nächsten Stellplatz.


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    "Wohin kommt was?" ist leicht zu beantworten. Alle Flüssigkeiten ins gleiche Loch, denn es gibt nur das eine. Würdig eingerahmt von einem typisch norwegischen Blechtrichter. Doch auch hier lauert eine kleine Hinterlist. Damit niemand hineinfällt (?) wurde die Öffnung mit einem Gitterstab halbiert. Der geizige Vorbenutzer hat billiges Toilettenpapier verwendet, das sich wie ein Ertrinkender in letzter Rettung verzweifelt an diesem Mittelsteg festklammert und die Öffnung zusätzlich verengt. (Also "selbstauflösend" ist das nicht.) Hoffentlich geht unser Zeug da glatt durch! Ich flehe im Stillen, dass die Kassettenfüllung schon so flüssig ist, wie der Hersteller der weißen Kristalle immer verspricht. Sie ist es. Schnauff! Noch mal Glück gehabt.


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    ;-)

    J+J

    (PS: Exemplarisches Beispiel. Bitte keine offene Nennung von Stellplatznamen o. Ä.)

  • Tarnen Tricksen Täuschen


    Auf diesen Marina-Stellplatz huschen wir im Stockfinsteren durch ein gerade noch halb geöffnetes Tor. Die Dame an der Rezeption schaut ein WM-Spiel und hat sich deshalb verspätet. Hinter uns schließt sie dann eilig ab. Morgens finden wir uns auf einer ausgedörrten Wiese direkt am Mittellandkanal mit Blick auf einen kleinen Hafen. Die Boote ducken sich hinter der Böschung. Yachties sind keine zu sehen. Immerhin gibts Strom und prima Handyempfang.


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    Geweckt wurden wir vorhin von nahen Gewehrschüssen. Ich mache einen Spaziergang, um der Sache nachzugehen und entdecke den wahren Grund der Ballerei. Am Kanalufer gegenüber klappen Arbeiter gerade die Seitenwände der Güterwaggons herunter und am Anschlag knallt es wahrhaftig wie Einzelfeuer aus der Kalaschnikow.


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    Laut Verzeichnis soll dieser Stellplatz eine V/E haben. Ich sehe zwar Stromanschlüsse und Wasserhähne aber nichts, was auch nur entfernt an eine Entsorgung erinnert. Erst am Ende meiner Besichtigungsrunde werde ich fündig. Klotzig kastig wie der Bernd vom Kinderfernsehen - Ein nigelnagelneuer Komposter aus dem Baumarkt.


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    Na sowas.

    Da habe ich nun so lange vergeblich herumgefragt, wie und wo man den handfesten Inhalt einer Trockentrenntoilette fach- und sachgerecht entsorgt. Keiner konnte mir eine vernünftige Antwort geben. Die bereits Eine haben, reden alle irgendwie um den heißen Brei herum. Mir kamen schon die wildesten Befürchtungen in den Sinn, wo sie das Zeug tatsächlich hinschütten. Und nun ... plötzlich und ohne Vorwarnung steht die Antwort zum Greifen nah vor mir. Und so schmuck! Dahinter gibts auch eine Bedienungsanleitung:


    "Entleerung Chemietoiletten (nur hier!)"


    Wie bitte? Sogar eine Kombination? Ich armer rückständiger Thetfordsitzer darf hier ebenfalls was reinschütten? Wie sie das wohl gelöst haben? Kompost-Erfassung plus Chemieklo-Entsorgung? In einer einzigen Anlage? Ich platze fast vor Neugier!


    "Bitte das Gehäuse abnehmen"


    Was für ein Gehäuse? Damit kann doch nur der Deckel gemeint sein. Ein Ziegelstein mit Drahthenkel hält ihn geschlossen. Also erst mal runter damit. Der Deckel sitzt fest. Keine Chance. Eine dicke Schlossschraube am Griff hält ihn zu. Hier rutscht jeder Schraubenschlüssel ab. Vermutlich ist innen eine Mutter dagegen geschraubt. Da kann man lange dran zerren. Aber viel scheint noch nicht drin zu sein. Fühlt sich so leicht an. Plötzlich kippt die Box zur Seite und ich kriege einen Schreck. Hab ichs jetzt kaputt gemacht?


    Aber nein. Unter der grünen Hülle kommt nun leider die Wahrheit ans Licht. Sie war nur Tarnung, Täuschung, Mimikry ... eine Maskerade. Kompost wird man hier jedenfalls nicht los. Es erscheint ein Stück alte Sanitärkeramik. Wurfgeschoss für den nächsten Polterabend? Nein, es ist richtig angeschlossen und auch die doppelte Wasserspülung funktioniert ... irgendwie. Seine besten Jahre hat das Teil zwar hinter sich, aber für normale Kassetten völlig ausreichend.


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    "den Toilettendeckel hochklappen..."


    Vorsicht Falle! Wer es versucht, dem fällt er wie zum Hohn aus der Hand, denn vom Scharnier existieren nur noch Bruchstücke. So ist das Leben. Zu früh gefreut. Meine große Frage bleibt hier und heute unbeantwortet.


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    Ich baue das Pussel vorsichtig wieder zusammen. Brocken oben drauf damit nix wegfliegt und ein freundliches Grinsen an den hölzernen Troll nebenan. Morgen gehts auf die Fähre und über die Ostsee in deine Heimat alter Knabe - ätsch!


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    ;-)

    J+J

    (PS: Exemplarisches Beispiel. Bitte keine offene Nennung von Stellplatznamen o. Ä.)

  • Brückengeheimnisse


    Diese in Südnorwegen hat über 200 Jahre auf dem Buckel und muss keine Autos mehr tragen. (Nebenan gibts ne Neue.) Ich finde sie so malerisch, dass ich sie ausgiebig knipse. Allerdings nur vom diesseitigen Ufer aus, ohne sie zu überqueren. So entgeht mir die eigentliche Attraktion, die sich außer Sicht am anderen Ende befindet. Von der höre ich erst lange nach der Reise daheim.


    Dort wäre ein großer ringförmiger Stein ins Geländer eingelassen mit einem ovalen Loch, welches innen von unzähligen durchkriechenden Mädchen (die damit ihre Jungfernschaft beweisen sollten) ganz abgewetzt ist. Heutzutage werden Kreuzfahrttouristen busladungsweise herangekarrt, um zu staunen, wie schlank die Menschen früher waren. Auf Fotos im Netz sieht es so aus, als hätte der Steinring einige Risse und Sprünge. Da hats wohl mal eine reife Dame wider besseren Wissens mit Gewalt versucht? Wir kommen dort bestimmt noch mal vorbei, und falls dann eine junge Frau an Bord sein sollte, werden wir sehen ...


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    Eigentlich halten wir hier wegen der V/E, die in unserer Karte eingezeichnet ist, sehen aber zunächst nur das Müll-Iglu. Wer den Deckel lupft, schaut in einen Abgrund. Solche Behälter sind gewöhnlich ein gutes Stück in die Erde versenkt. Sollte es ein Bär da hinein schaffen, sitzt er in der Fallgrube.


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    Die Anlagen für den Wassertausch machen sich hinter der Hütte fast unsichtbar. Zum Glück führt uns ein anderes Wohnmobil vor, wie es geht, sonst wären wir vielleicht weiter gefahren.


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    Irgendwelche Beschriftung oder Piktogramme gibts nicht. Ein einsamer Wasserhahn mit einem schrumpeligen Gartenschlauch hängt über Kopfhöhe in einer Nische der Hüttenwand. Man muss sich ganz schön strecken um ranzukommen. Das richtet sich offenbar gegen kleine Leute mit unklaren Absichten. OK, wir sind schon groß genug und kommen gut ans Gewinde um unser Gardenageraffel anzuschrauben.


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    Die beiden Deckel in der Betonfläche verraten nichts über ihre Zweckbestimmung. Dass die viereckige Riffelplatte komplett runter muss, wissen nur Insider. Ringsherum flach abgeschrägte Ränder bis auf den Beton. Kein einziger Angriffspunkt für unbewaffnete Fingerspitzen. Sie hatte vermutlich mal Griffe, aber davon sind nur noch winzige Rudimente übrig. Man sollte ein geeignetes Werkzeug (Schraubenzieher, Flachzange...) parat haben. Ich krame schon im Werkzeugköfferchen, aber der Vordermann ist nett und lässt den Schacht für uns offen stehen.


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    Der übliche Trichter darunter bedarf dann keiner weiteren Erklärung. Lass laufen oder Panta rhei, wie der alte Grieche sagen würde. Erleichtert schiebe ich den Deckel nachher per Fuß zurück aufs Geviert und merke nun erst, wie elend schwer das Ding ist. Dafür sorgt ein massiver Rahmen, der von unten drunter geschweißt wurde, um es überfahrbar zu machen. Man muss sich richtig plagen und es ertönt ein lautes hässliches Kreischen, so dass sich die Kreuzfahrttouris ruckartig umdrehen.


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    ;-)

    J+J

    (PS: Exemplarisches Beispiel. Bitte keine offene Nennung von Stellplatznamen o. Ä.)

  • Hallo Olaf,

    wir haben das auch nicht als exotisches Unikum angesehen, eher als Empfehlung. Ein Wasserhahn, ein Bodentrichter, unauffällig platziert und halbwegs kindersicher. Camper, die vernünftig damit umgehen und ein tolerantes Umfeld, mehr brauchts eigentlich nicht. Komplizierte "Hochtechnologie" ist eher mal tückisch.

    (Hatten da erst kürzlich so ein Erlebnis...

    *grins*... ähem ... demnächst ... Geduld )


    Grüße

    vom Poly