Posts by Travelking

    Die Schulferien sind vorbei, wir konnten beide Freitag frei nehmen, also Grund genug mal wieder los zu kasteln. Giethoorn, das holländische Venedig lockt uns schon lange. Das Wetter soll, wie so oft in diesem Jahr, zwar nicht so toll sein aber das hält uns nicht ab.



    Donnerstag, 04.09.2014


    17:30 Uhr kommen wir weg, die A45 und die A1 sind erstaunlich frei. Wir kommen recht gut vorwärts. Oberhalb von Münster fahren wir trotzdem von der Bahn und bevorzugen die Landstraße. Zum einen ist es kürzer zum zweiten schöner zu fahren. Da Holland nur über wenige Stellplätze, kostenlose schon gar nicht, verfügt beschließen wir den Stellplatz in Haren/ Ems an zu fahren. Der ist proppevoll :traurig:. Einige haben sich schon auf der angrenzenden Wiese aufgestellt. Wir stehen zumindest noch halb,



    mit der Fahrerseite, legal auf dem Stellplatz. Susi steht schon illegal auf der Wiese :-D. Abendessen und Schiffe gucken hat was.



    Ein Verdauungsspaziergang durch Haren macht Spaß darauf dieser Stadt noch mal einen Besuch ab zu statten. Wir runden den Abend mit einem Gläschen Roten ab. Dabei sauen wir das Tischset ein. Gott sei Dank nur das Set.



    Freitag, 05.09.2014


    Am Anfang einer Tour sind wir irgendwie immer Frühaufsteher. Ich ja sowieso, nutze ich doch das frühe aufstehen meist zum Reisebericht zu schreiben. Heute (früh ist bei Susi dann acht Uhr) aufstehen, an der Zahnbürste vorbei gestolpert direkt ins Führerhaus, und los. Ein Wochenende ist schließlich kurz und möchte dementsprechend intensiv genutzt werden. Gegen halb zehn erreichen wir den Stellplatz Hamstede. Voll !!! Und das an einem Wochentag. Wir sind geschockt, irgendwie sind zu viele Rentner unterwegs... Wie wir dann so frustriert die Reihen abschreiten spricht uns ein Holländer an und sagt uns das ein reservierter Platz frei wäre. Er wäre gestern Abend angekommen und hätte dann einen anderen als den für ihn reservierten Platz genommen. Glück gehabt. Wir stehen mittendrin, nicht grade der Oberknaller aber wir stehen. Frühstück. Brötchen backen, Kaffee und Eier kochen, Sekt öffnen. Während wir so werkeln wird ein Platz schräg vor uns in erster Reihe frei. Unsere Chance. Heftige Proteste meiner lieben Frau erreichen mich. Ich könne ja wohl unmöglich mit den Eiern auf dem Ofen, dem gedeckten Tisch inkl. gefüllter Kaffeetassen und Sektgläsern den Platz wechseln. Und ob ich kann, und seit dem letztlich erhaltenem MotorsteuerUpDate erst recht. Frau setz dich bitte an den Tisch und halte die Sektgläser fest. Der Stellplatzwechsel geht natürlich ohne Geschwappe und Umfälle über die Bühne. Wir stehen happy in der ersten Reihe :that:,



    tja und dann passierts. Ich drehe den Fahrersitz zurück in Frühstücksposition und haue dabei mit dem Fuß die im Fußraum stehende Sektflasche um :eek1:. Der Korken war nur eben in der ersten Stufe eingedrückt. Nun ja, wie das ausgeht kann sich der geneigte Leser sicherlich denken. Beifahrerseite geduscht mit klebrigem Sekt. Irgendwie mit allen Wassern gewaschen :unschuld:. Also heißt es vor dem Frühstück das "Sektmobil" reinigen. Danach schmeckt das Frühstück, dass mittlerweile zum Spätstück mutiert ist, um so besser. Ein Kaffeefleck diesmal von Susi verursacht, vervollständigt dann die "Fleckerei" auf den Tischsets.
    Fahrräder aus dem Kofferraum und ab geht's endlich nach Giethoorn. Nun ja, die Fahrräder hätten wir uns eigentlich auch sparen können. Knapp einen Kilometer bis Giethoorn und auf Grund der ganzen Besucher fährt es sich eher stockend und genau genommen schiebt sich's sogar besser zwischen den ganzen Kanälen. Wir schauen den ganzen Kähnen zu, vergleichen die Preise und irgendwann finden wir mittendrin einen kleinen Fluisterboatverhuurer der seine Schaluppen für verhältnismäßig schmale 12€/ Std. feil bietet. Das ist unser Mann, bzw. unsere Frau. Adresse hinterlegen, bezahlt wird hinterher (sie wüßte ja schließlich nicht vorher wie lange wir Spaß am Boot fahren hätten), kurze Einweisung und schon befinden wir uns mit einer laminierten Wegekarte und einem etwa sechs Meter langen Boot mit nicht langsamen E-Antrieb mitten im Bootsgetümmel. Und ne, vorher hab ich noch nie ein Boot mit Außenborder gefahren. Aber Bock macht's.






    Es gibt viel zu sehen, zwischen engen Kanälen, rechtwinkligen Abzweigungen , langen schnurgeraden Stücken mal ein kleiner See, danach wieder Kanäle. Mal vergleichsweise hektische Enge, mal sieht man ewig lange niemanden. Die Zeit wird uns nicht lang und so gondeln wir gut zwei Stunden über Kanäle und Seen. Zwei Stunden zehn Minuten um genau zu sein als wir wieder, mittlerweile gekonnt, anlegen. Sie rundet netterweise auf volle zwei Stunden ab, wir netterweise auf 25 € auf. War 'ne runde Sache. Auf dem Rückweg das Pflichtprogramm in Holland, Backfisch mit Fritjes, anschließendes Einkaufen von Fla und ähnlichen Leckereien im örtlichen Supermarkt. Der Himmel zieht sich zu, warm ist es trotzdem um nicht zu sagen drückend schwül, für uns Zeit den restlichen Nachmittag im Klappstuhl zu verbringen. Fluisterboat fahren schlaucht ganz schön.
    Nach zwei Stunden Klappstuhl hocken wird's zumindest mir langweilig, außerdem klebe ich von der Schwüle am ganzen Körper so das ich auf die Idee komme, ja Taaadddaaa jetzt kommts, das erste Mal im Kasten zu duschen. Für eingefleischte Kastler sicher das normalste der Welt, für uns aber eben noch nicht. Es gibt zwar auf dem Stellplatz ganz hervorragende Sanitäranlagen aber ich wills nun versuchen. Also Therme an, auf 40 Grad, und in der Wartezeit schau ich mir die ganze Mimik mal genau an. War bislang irgendwie nie ein Thema für uns. Und was soll ich sagen? Das Duschen funktioniert mit Einschränkungen richtig gut. Doof ist das sich der Brausekopf, knapp unter der Decke, kaum ein und ausschalten läßt und das man durch den Vorhang kaum eine Möglichkeit hat die Temperatur nach zu regeln. Interessanterweise hat mein Sixpackgestärkter Astralkörper lockerst Platz in dem Raumbad des Pössl und es duscht sich recht befreit. Leider bin ich nach der Trockenwischaktion wieder genauso geschwitzt wie vor dem Duschen. Na ja zumindest fast. Aber war 'ne interessante Erfahrung.
    Mit dem Restrotwein vom Vorabend sitzen wir noch lange draußen und lassen den Tag ausklingen :that:.



    Gegen halb Zehn machen wir noch einen Spaziergang von fast 'ner Stunde.



    Samstag, 06.09.2014


    Es ist nebelig,



    wir können kaum den vor uns liegenden Kanal sehen, und Giethoorn ist auch nicht so groß das man einen zweiten Tag benötigt. Auf Rad fahren im Nebel haben wir auch keine Lust und so beschließen wir auf dem Nachhauseweg Station in Bad Bentheim zu machen. Susi hatte da mal was von Nachtwächterführungen gelesen. Die Else, unser Navi, macht einen guten Job und so erreichen wir in der Mittagszeit den Stellplatz unterm Schloß in Bad Bentheim. Eben noch auf die Keile gestellt, der Platz ist nicht wenig schräg,



    und schon sind wir zu Fuß unterwegs. Das Städtchen selbst ist nicht sehr groß, so besichtigen wir noch das Schloß.





    Leider dürfen wir durch die geschlossene Tür des Fremdenverkehrsamts lesen das heute keine Nachtwächterführung stattfindet. Anderswo ist zu lesen das sie Mittwochs, Freitags und Samstags stattfindet. Was soll man glauben? Na wir werden gegen 21:00 Uhr mal am Tor Nummer 1 sein und sehen was ist. Wir sind pünktlich da, mit uns noch etwa 50 andere. Überwiegend Holländer, ähhmm, Niederländer wie wir lernen durften. Holland ist nur ein Landstrich, Niederland ist alles. Die Nachtwächterführung auf jeden Fall ist sehr empfehlenswert, ist informativ und hat sehr viel Spaß gemacht :klatsch:.



    Sonntag, 07.09.2014


    Sonntag halt, ausgiebiges Frühstück, entsorgen und über Land zum Heimathafen bummeln. Noch eben fix die Fliegen vom Auto gewaschen, Kühlschrank leer räumen und dann geht's nach Hause. Es war mal wieder ein super tolles Wochenende :winke:

    Hej zusammen,


    ich danke euch allen für die nette Kommentare. :daumen:


    @ Gabriele,

    Quote

    Wow, so eine Tour trauen wir uns als absolute Neulinge noch nicht zu, Wahnsinn.


    Und warum das? kasten fahren ist wie Autofahren, nur deutlich entspannter.


    Quote

    Aber was mich etwas abschreckt sind 100 Stunden Fahrzeit;


    Ob du's glaubst oder nicht. Das stressigste an der Tour war Hagen - Flensburg und Travemunde - Hagen. Skandinavien ist nicht stressig.



    @ Thomas,

    Quote

    Wunder Dich auch nicht über die teilweise langen Strecken - in Norwegen ist Autofahren Urlaub und völlig stressfrei - ich habe es auch erst nicht geglaubt.


    Absolute Zustimmung.



    @ Volker,

    Quote

    Das war viel Arbeit - weiss ich.


    nun ja, zum einen schreib ich schon im Urlaub regelmäßig, um nicht zu sagen täglich, mit auf dem iPad. Zu Hause ist's dann noch formatieren und Bilder sichten. Außerdem mach ich's eigentlich für uns und laß euch dann gerne teilhaben.



    @ Jochen,

    Quote

    Würde sich auch sicher in mancher Kunst-Galerie gut machen.


    Ohh, danke :verlegen:



    @ Hardy,

    Quote

    Solche Berichte erfüllen das Leben hier im Forum, dafür nochmals einen Dank dafür.


    Gerne.


    Quote

    Ich habe leider nicht Deine Ader,


    du schreibst doch auch ganz nett. Versuchs doch einfach. Ich schreib halt das auf was "uns" passiert ist. Ich denke mal die Geschichte Trondheims interessiert in einem Reisebericht kaum jemanden. Das kann man heute ergoogeln. Die persönlichen Glücksmomente und kleinen Schicksalsschläge sind es imho die Reiseberichte lesenswert machen. So empfinden Susi und ich das zumindest wenn wir andere Reiseberichte in die Finger bekommen. Also mutig voran :that:



    @ Reinhold (Runner),

    Quote

    Bis auf den SP in Travemünde bin ich voll bei dir.


    Was siehst du da anders?

    Dienstag, 01.07.14


    Eigentlich ist nur noch Kilometerfressen angesagt unter anderem, weil das Wetter zwischendurch recht feucht ist. Wir kommen heute bis zum Stellplatz Marina Askersund. Ein netter Stellplatz am Vätternsee.



    Wir schaffen es gerade noch einen kleinen Gang ins Städchen zu machen und schon öffnet der Himmel wieder seine Schleusen.



    Es hört auch heute Abend nicht mehr auf. Also sind die Drehsitze für heute Abend reserviert. Ich schau mich im Kasten um und entdecke den vermeintlichen Grund für den vielen Regen. Unser ständiger Begleiter, Rudi Regenmaus, muß schuld dran sein .



    Kann gar nicht anders sein. Ergo wird Rudi mal eben fix seines Regenmantels beraubt .



    Mittwoch, 02.07.14


    Der jetzt nackte Rudi scheint die Sonne an zu ziehen,



    das Wetter hat sich deutlich gebessert. Der Himmel ist blau. Frühstück bei geöffneter Schiebetür ist möglich. Toilette und Duschen sind absolut vorbildlich. Selten so gut geduscht für 'n Komplettpreis. Unterwegs kaufen wir noch mal ein und tanken ein letztes mal auf skandinavischem Boden. Nachmittags gegen 17:00 Uhr erreichen wir Trelleborg. Wir fahren direkt zum Hafen und buchen die Fähre für den nächsten Morgen. Danach beziehen wir Stellung auf dem freien Stellplatz direkt neben dem Hafen. Eigentlich schön gelegen, zudem kostenlos, aber proppevoll. Halt wie Parkplatz. Das schöne Wetter nutzen wir zu einem Spaziergang und um die letzten schwedischen Kronen im Maxi 2000 aus zu geben. Ich bin nun Besitzer eines original Weber Grillkamins.



    Donnerstag, 03.07.14


    Halb Neun sollen wir am Hafen sein. Die Verladung geht zügig. Bei Einfahrt auf die Fähre werden wir gefragt: Nach Travemünde? Wat is denn das für'n Horst denk ich? Ja wohin denn sonst wohl? Tja meint er nur lakonisch: Travemünde rechts, Rostock links. Langsam geht uns ein Licht auf, warum die Fahrt rund zehn Stunden geht statt üblicher sieben Stunden. Das hatte man uns bei der Buchung verschwiegen. Na egal, wir sind an Bord und begeben uns direkt zum Infoschalter um fix noch 'ne Kabine zu nehmen. 42 Eus kostet so was mittlerweile. Mit Kabine hat man einen netten Rückzugsort. Zwischendurch besuchen wir den Wellnessbereich der Nils Holgerson, und ich haue mich erst mal zweieinhalb Stunden in den Whirlpool. Nach dem Zwischenstopp in Rostock erreichen wir Travemünde um viertel nach sieben. Wir fahren noch den Wohnmobilstellplatz am Kowitzberg an, der landschaftlich toll liegt.



    Kein Vergleich mit dem Stellplatz Fischereihafen.



    Freitag, 04.07.14


    Bei bestem Wetter machen wir uns auf die Socken Travemünde zu besichtigen. Kurz durch einen Park marschiert, erreichen wir in kurzer Zeit die Strandpromenade. Dort werden gerade jede Menge Bühnen und Stände für ein Veranstaltungswochenende auf gebaut. Wir gehen die komplette Promenade entlang bis rauf zum Stellplatz Fischereihafen.



    Und schon wissen wir, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben mit dem Stellplatz Kowitzberg. Fischereihafen ist ein teurer Schotterplatz, der auf einem Parkplatz liegt. Auf dem Rückweg lassen wir uns noch ein Fischbrötchen schmecken. Am Wagen wieder angekommen, nutzen wir das schöne Wetter noch zum Sonnen. Ursprünglich hatten wir noch mal eine Zwischenübernachtung angedacht, wir können uns so schlecht vom Urlaub trennen, haben die Gedanken aber mit Sicht auf das Viertelfinal Spiel Deutschland Frankreich schnell verworfen. Als ausgesprochener Nichtfußballer gefiel mir die Aussicht auf freie Autobahnen natürlich extrem gut. Gesagt, getan, tanken, einkaufen und um fünf Uhr sind wir auf der Bahn. Pünktlich zum Anpfiff passieren wir Hamburg, die Bahn ist total leer. Und so rollen wir gegen 21:15 Uhr recht entspannt im Heimathafen ein.



    Samstag, 05.07.14


    Ausräumen, Autowaschen, Fliegen beseitigen, Staub putzen und saugen, kurz das Auto für den nächsten Törn wieder fertig machen lassen den Samstag wie im Flug vergehen.



    Resumee:


    Insgesamt zeigt der Tachostand 6300 km mehr an, der Durchschnittsverbrauch über den ganzen Urlaub liegt bei gerechneten 9,7 Litern und der Bordcomputer zeigt eine reine Fahrzeit von knapp 100 Stunden an. Für Diesel haben 950 € den Besitzer gewechselt, die Fährpassagen haben uns um 440 € erleichtert und sämtliche Übernachtungen schlugen mit 300 € zu Buche (alle Ausgaben gerundet) was einen Preis von 13,60€ pro Nacht macht. Diese 22 Übernachtungen mischen sich aus Campingplatzübernachtungen, kostenpflichtigen und freien Stellplätzen. Gas hab ich einmal 6 kg und einmal 7 kg nach getankt. Ich hatte zwar für Notfälle einen Ersatzflasche dabei, wollte aber wissen ob man auch ohne Ersatzflasche klar kommt. Das Wetter war in unserer Zeit nicht immer optimal, so hätten wir uns auf den Lofoten doch etwas mehr Sonne und vor allem freie Sicht auf die Mitternachtssonne gewünscht, aber insgesamt fanden wir es für "soweit rauf" noch in Ordnung. Einen Mangel an Tankstellen (ok, bei 120 Litern Tankinhalt hat man schon einen etwas längeren Atem) und Bankautomaten um landestypische Währung zu ziehen hatten wir nie. Die Kosten für Maut können zum Druckzeitpunkt noch nicht beziffert werden.
    Die ganze Tour ist mit Wohnwagengespann problemlos fahrbar. Tom und Petra haben das ja auch gemacht, aber wir sind froh uns letztes Jahr für den Kasten entschieden zu haben. Solch ein wendiges Fahrzeug macht doch einiges einfacher. Daher auch das Motto: .... wenn nicht jetzt, wann denn dann?
    Die endlose Weite Skandinaviens hat uns wahnsinnig fasziniert und keine Sekunde gelangweilt. Wir kommen auf jeden Fall wieder .




    Nachtrag:
    Ich wurde von einem Lektor angesprochen warum ich am 17.06.2014 schrieb:
    „Ja hier kann man tatsächlich bis ans Wasser ranfahren und problemlos übernachten. Nur Camping, sprich Markise, Tisch und Stühle, sind hier natürlich verboten.“
    Dazu hier Auszüge aus Wikipedia zum Jedermannsrecht denn Stehen (übernachten) und Campen sind zwei Paar Schuhe.


    Auf unkultiviertem Land erlaubt das Jedermannsrecht jedem das Zelten für ein bis zwei Nächte. In der Nähe von Wohnhäusern muss jedoch immer die Erlaubnis des Grundbesitzers eingeholt werden; dieses gilt ebenfalls für gruppenweises Zelten. In dünn besiedelten Gebieten gestattet das Jedermannsrecht das Zelten an einer Stelle sogar für mehrere Nächte. Es dürfen für die Übernachtung keine zusätzlichen Aufbauten getätigt werden. Auch darf man den Boden nur soweit aufgraben, dass sein Erscheinungsbild nicht wesentlich verändert wird.



    Außerdem wird, was die meisten nicht wissen oder verdrängen, dass das Jedermannsrecht eben normalerweise nicht für motorisierte Fahrzeuge gilt, jedoch meist geduldet wird.



    Besuchern und Wanderern gibt das Jedermannsrecht die Möglichkeit, das Land zu Fuß, auf Skiern oder per Fahrrad zu durchqueren. Motorisierte Fahrzeuge dürfen dagegen nicht verwendet werden. Motorisierte Fahrzeuge dürfen jedoch auf unkultiviertem Land am Straßenrand geparkt werden, wenn dadurch weder der Verkehr behindert noch Schäden angerichtet werden.



    Nach zu lesen hier: Jedermannsrecht ? Wikipedia

    Montag, 23.06.14


    Den auf dem Hinweg ausgelassenen Saltstraumen wollen wir sehen. Auf dem Weg dorthin passieren wir erstmals bewußt eine Mautstraße. Die Gebühren sind mit 21 Kronen für Fahrzeuge bis 3,5 to bezahlbar. Am Saltsraumen angekommen, es ist erst Mittag, überlegen wir einfach nur auf dem Parkplatz zu stehen, uns das Schauspiel, um 15:20 Uhr, an zu sehen oder auf den Campingplatz zu gehen und den Rest des Tages zu nutzen mal wieder „klar Schiff“ zu machen. Die Entscheidung fällt pro Campingplatz. Also checken wir ein, beziehen unser Plätzchen und genießen zuerst mal die Sonne.



    Kurz vor 15:00 Uhr machen wir uns dann auf die Socken, den mächtigsten Gezeitenstrom der Welt zu sehen. Ist schon heftig, was die Natur für Gewalten hervorbringt.



    Dort ist die einzige Absperrung, die wir in ganz Skandinavien gesehen haben. Ist auch nötig, denn wer da rein fällt ist unweigerlich verloren. Den Rest des nachmittags verbringen wir mit sonnen und eben das Auto mal wieder auf Vordermann bringen. Scheibenwaschwasser nachfüllen, Scheiben putzen, Vorräte aus den Tiefen des Kofferraums in greifbare Nähe räumen und mal wieder richtig durch fegen. Abends um 21:33 Uhr



    ist wieder der Höhepunkt des Gezeitenstroms angesagt, nur diesmal halt in die andere Richtung. Nachmittags abfließend, jetzt auflaufend. Wir genießen anschließend noch einen sonnigen Abend und sitzen, in dicken Jacken, bis kurz vor Mitternacht draußen bei vollem Sonnenschein.


    Dienstag, 24.06.14


    Der Regen weckt uns. Zwar nicht dramatisch, aber unangenehm weil die Markise draußen ist, wir auf Keilen stehen und noch ent- und versorgen müssen. Alles im Regen? Na, zuerst frühstücken wir mal. Es regnet schon weniger. Nach Toilette und Dusche hat es dann fast aufgehört. Ich kann fast alles erledigen, ohne naß zu werden. Erneut fahren wir die Mautstraße, weiter über Mo i Rana und dann Richtung Trondheim. Zwischendurch, das Wetter ist auch wieder besser geworden, sehen wir einen Wasserfall,



    den wir uns ansehen wollen. Beim Hinunterklettern knicke ich um. Es knackt einmal so richtig nett, sitze auf dem Steiß und sehe Sternchen. Dann wird mir schlecht, und irgendwie hört sich alles so weit weg und durch Watte an. Susi meinte auch ich wäre plötzlich so blaß um die Nase geworden. Aber das geht schnell vorbei, und ich kann erstaunlich gut auftreten. Wieder oben am Bus bekomme ich meine krankenschwesterliche Versorgung. Eine Pille wandert von der Verpackung in mich hinein und noch 'n bischen Salbe auf den rechten Knöchel, alles wird gut. Susi's große Sorge ist, dass sie jetzt fahren müßte. Eigentlich kein Ding, sie fährt Auto (auch den Bus) aber sie fährt außer mit ihren Roller halt extrem ungern. Und die engen Straßen Norwegens sind ihr ein Graus. 'Ne knappe Stunde fahren wir noch, bis wir wieder mal einen tollen Übernachtungsplatz sehen. Direkt am Seeufer.



    Leider ist die Sonne wieder mal durch Wolken verdeckt. Norwegen hat einige solcher Plätze zu bieten, allerdings sind die nicht kostenlos. Man nimmt sich ein Tütchen aus einem Kasten, füllt seine Daten aus, behält einen Kontrollabschnitt im Auto, steckt 100 Kronen in den Umschlag und versenkt den Umschlag in einen Briefschlitz. Dafür, dass hier Picknickplätze (Feuerstellen und Bänke), Mülleimer und Toiletten geboten werden finden wir das in Ordnung. Es gibt da aber auch mobile Zeitgenossen, die den Preis unverschämt finden. Diese Plätze sind auch ohne wenn und aber für Gespanne nutzbar. Wir grillen und genießen den Abend der trotz Bewölkung erstaunlich warm ist. Ich bekomme noch mal eine Behandlung für meinen lädierten Knöchel.



    Mittwoch, 25.06.14


    Trondheim ist das Grobziel. Frau möchte einfach nur "bunte Häuschen", die Speicherhäuser am Nidelv sehen.



    Also lasse ich unsere Else nach Sonderziel Parken bei Sehenswürdigkeit suchen, und sie wird auch fündig. Einige Mautstrecken später (bin mal gespannt wann wir die Rechnungen dafür bekommen) erreichen wir einen kleinen Parkplatz direkt an der Gamla Bybrua, der alten Stadtbrücke. Wir finden problemlos ein Plätzchen für unseren Kasten.



    Per Pedes, ich laufe seeehr bewußt und vorsichtig, queren wir zuerst die Brücke. Die Nidaros Dom Kirke schauen wir uns von außen an. Ich hab's eh nicht mit Kirchen, und Susi hat den Igel in der Tasche mal wieder entdeckt. Hier kommst du in keine Kirche ohne Eintritt rein. Egal. Weiter marschieren wir, werden geschoben trifft es eher, über einen Markt, der von der Zuckerwatte, billigstem Plastespielzeug bis zu hochwertigen Lebensmitteln und anderen Waren, die für Nichtnorweger kaum zu bezahlen sind, angeboten werden. Aus dem Trubel entronnen, spazieren wir dann endlich durch die alten Speicherhäuser, die ja das eigentliche Ziel waren. Von Trondheim aus fahren wir noch ein paar Kilometer und finden einen kleinen günstigen Campingplatz etwa auf halben Weg zwischen Trondheim und der angepeilten Atlantikstraße.



    Donnerstag, 26.06.14


    Wir kommen ganz gut vorwärts, "tanken an einer Bank noch mal fix NOK" und fahren in Halsa auf die erste Fjordfähre. Irgendwann geht's dann über kleinste Straßen Richtung Vevang. Hintergrund dieses Umwegs, der kilometermäßig gar nicht so viel länger ist, war einfach eine Umfahrung von Kristiansund. Von Kristiansund nach Averøya gibt's nämlich einen Tunnel. Nicht, dass wir Probleme mit Tunnels haben, sondern mit dessen Preisen. Der kostet für Fahrzeuge bis 6 m 89 NOK während wir über 6 m schlappe 410 NOK zahlen müßten. Also gelangen wir bei Vevang auf die Atlantikstraße. Wir biegen nach rechts und sehen die spektakuläre Straßenführung. Wahnsinn, was sich die Brückenbauer dabei gedacht haben.




    Es wäre sicher auch etwas flacher gegangen, aber dann wär's eben auch nicht so spektakulär. Zum ersten Mal auf dieser Reise hätte ich gerne das Moped hier. Traumstraße... Kurz vor Averøya drehen wir dann um, Tunnel wollten wir ja nicht, und fahren nun die Straße Richtung Süden unserem heutigen Ziel Bud entgegen. Die Brücken sind nur im oberen Teil der Atlantikstraße. Weiter unten ist sie einfach nur noch landschaftlich sehenswert. Wir fahren einen einfachen, günstigen, landschaftlich toll gelegenen Platz außerhalb Bud's an. Hier stehen wir mit der Nase direkt am Wasser wenn es denn da ist. Den restlichen Tag genießen wir in der Sonne



    und halten über das Platzeigene W-Lan mal wieder Kontakt mit der Außenwelt.



    Freitag, 27.06.14


    Das Wetter ist einfach nur obergut, so dass wir uns entschließen, etwas zu bleiben. Extremchillen ist angesagt...



    Samstag, 28.06.14


    Tom und Petra hatten sich gestern Abend noch entschlossen, auf 'n Tag von Molde aus, zu uns zu wechseln und gegen zehn schlagen die beiden auf. Rest des Tages bei allerbestem Wetter... Na was wohl? Extremchillen.



    Sonntag, 29.06.14


    Gegen Mittag kommen wir dann doch mal wieder aus dem Quark und brechen die "Zelte" ab. In Molde tanken wir noch LPG nach und dann schlagen wir uns über kleine Straßen und durch tolle Landschaften Richtung Oppdal wo wir die E6 kreuzen? Unterwegs haben wir Hagel/ Schneeregen.



    Weiter geht's dann bis Tynset wo wir uns einen Campingplatz für die Nacht suchen.



    Montag, 30.06.14


    Gestern Abend haben wir uns entschieden über die 70 nach Schweden zum Siljan See zu fahren und den Rest der Strecke dann durch Schweden zu fahren. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön, aber vom Straßenzustand oft sehr grenzwertig. Erst auf schwedischer Seite wird der Belag wieder fahrbarer. Übernachtung auf einem Camping in Våmhus am Siljan See.



    Wir sitzen, nach dem es heute auf der Fahrt ziemlich viel geregnet hat, noch lange regenfrei draußen und genießen den lauen Abend.

    Mittwoch, 18.06.14


    Von unserem Übernachtungsplatz ist es nicht mehr weit zur Norwegischen Grenze. Vorher nehmen wir noch ein letztes Mal die Gelegenheit wahr "günstig" zu tanken. In Norwegen ist der Sprit noch mal teurer. Grenze Norwegen, die Straßen werden augenblicklich schlechter. Welliger, Risse in der Teerdecke und auch das eine oder andere Schlagloch. Also Augen auf und noch wacher fahren als in Schweden. Wir überqueren den Polarkreis "kurz" hinter Mo i Rana.



    Die E6 zieht sich wie Kaugummi. Zwar bietet sie unvergleichlich schöne Landschaften, aber vorwärts kommen ist anders. Wir beschließen nach einer SMS mit einem Internetbekannten uns in Svolvær zu treffen und dort erst mal einen Ruhetag ein zu legen. Dazu biegen wir bei Ulvsvåg ab und fahren noch kleinere Straßen nach Skutvik. Nach einer guten Stunde Wartezeit werden wir auf eine Fähre gequetscht



    und erreichen kurz vor 21:00 Uhr den Boden der Lofoten in Svolvæer. Von dort noch etwa 'ne viertel Stunde Fahrt zum angegebenen Campingplatz. Die Chemie stimmt mit Tom und Petra , das weiß man bei Internetbekannten ja nicht sicher vorher. Wir genießen die super Aussicht noch bis fast Mitternacht und tauschen Reiseerlebnisse aus.



    Donnerstag, 19.06.14


    Heute wollen wir keine Strecke machen, lediglich einen kleinen Ausflug. Gemütliches Frühstück, danach mit der Tasse Kaffee in der Hand noch Aussicht genießen. Gegen Mittag fahren wir uns Henningsvæer ansehen. Henningsvæer ist ein altes kleines Fischerdörfchen, das man über zwei Brücken erreicht. Direkt am Anfang gibt es einen Parklplatz, auf dem man frei parken kann. Frei Parken ist in Norwegen übrigens fast nie ein Problem außer in den größeren Städten. Zu Fuß durchstreifen wir den Ort und entdecken hier noch die typischen Stockfischgestelle.



    Auf unserem Rückweg werden wir von heftigen Nieselregen überrascht. Das geht hier oben von jetzt auf sofort als wenn jemand 'n Schalter umlegt. Wir flüchten in einen Laden, von dem man nicht weiß, ob es ein Restaurant oder Lebensmittelladen ist. Susi's Interesse an einer Fischsuppe aus eben den Stockfischen ist geweckt. Allein der Igel in der Tasche läßt sie hadern. Letztlich scheint der Igel aber etwas von seiner Stacheligkeit verloren zu haben oder die Neugierde hat gesiegt. Vielleicht auch beides und so wird eine Fischsuppe bestellt . Umgerechnet 20€ für eine Portion Fischsuppe. Der reichlich unmotivierte Bediener, Kellner oder Ober kann man den nicht nennen, bringt dann zuerst eine Flasche Wasser (Literflasche mit Bügelverschluß) und das Besteck. Dann holt er noch einen Brotkorb und Butter. Man wartet... Irgendwann kommt dieser Mensch dann mit einer Suppenschale mit Inhalt angeschlappt. Das Brot ist lecker, die Suppe sogar sehr lecker. Kann man nicht meckern. Nur das Wasser scheint ganz normales "Kraneberger" zu sein. Die Suppe ist ausgelöffelt und plötzlich steht dieser Bediener mit einem Topf, ähnlich einer Milchschöppe, neben uns und fragt ob Frau noch Nachschlag möchte. Ja, möchte Frau. Letztlich war es also nicht nur ein Portiönchen Suppe für's Geld sondern ein Menü mit Nachschlag. Das relativiert den Preis ja dann doch etwas. Und sehr lecker war's zudem. Von einem Münchener Reisemobilistenpaar haben wir den Tipp bekommen das man unten in Å unbedingt das Stockfischmuseum besuchen solle und man bei Moskenes gute Chancen auf einen Stellplatz habe, von dem man mit ein bißchen Glück auch Orcas sehen könne. Das nehmen wir uns vor für die nächsten Tage. Zurück zum Campingplatz, Putz und Flickstunde, kochen und den Abend noch zusammen mit Tom und Petra verbringen, die kurz nach uns von ihrer Seeadlersafari zurückkommen.



    Freitag, 20.06.14


    Wir haben alle das gleiche Ziel. Es soll an den südlichen Zipfel der Lofoten gehen, nach Å. Tom und Petra fahren schon mal los, während wir noch Diesel und Gas (LPG) tanken. Bei Smorten teilt sich die Straße und führt als E10 auf der Außenseite der Lofoten entlang, während die 815 an der Innenseite entlang führt. Tom's TomTom nimmt die E10, was als Gespannfahrer sicher die bessere Wahl war, während unser Navigon die kleine 815 nimmt. Mit dem Kasten kein Problem. Kurz hinter Leknes treffen sich beide Straßen wieder und wir die beiden auch. Etliche Fotostopps senken die Durchschnittsgeschwindigkeit.





    In Sørvågen nehmen wir einen Campingplatz. Volle Sicht von den Klippen auf's Meer. Nur leider regnet‘s mittlerweile immer mehr so, dass es sich was hat mit Aussicht. Wir fahren noch gemeinsam nach Å



    und schleichen zwischen den Regenschauern durch den verlassen wirkenden Ort. Das einzige Stockfischmuseum



    der Welt hat auch schon geschlossen.



    Samstag, 21.06.14


    Es hat die ganze Nacht geregnet, und Tom und Petra haben die Nase voll vom Wetter. Sie wollen runter nach Mittelschweden. Wir wollen aber noch ein paar "Baustellen" abarbeiten. So trennt man sich vorerst wieder. Vielleicht treffen wir uns auf dem Rückweg noch in Schweden wieder. Wir fahren erst mal zum Stockfischmuseum. Der Besuch ist sehr informativ. Dort erfahren wir, wer die größten Abnehmer von Stockfisch (Italien) sind, und dass die Köpfe gesondert als Proteinbomben nach Nigeria gehen und noch viele Dinge mehr. Warum werden die Fische eigentlich nicht von den Möwen von den Gestellen geklaut? Sie würden ja wohl gerne aber ihre Entenfüße verhindern das zuverlässig. Damit kann man nämlich nicht auf den runden Holzstangen sitzen und gleichzeitig mit dem Schnabel nach dem Fisch greifen. Keine Arme, keine Kekse . Nach dem Museumsbesuch kaufen wir noch ein Brot in einer Steinofenbäckerei. Mittlerweile regnet es wieder. Trotzdem fahren wir nach Nusfjord. Das soll eins der originalsten Fischerdörfer sein. Als wir dann aber sehen, dass sie Eintritt für einen Dorfspaziergang, nicht Museum, verlangen und es immer noch regnet, vergeht uns die Lust. Haukland und Utakleiv wollte ich sehen, also hin. Außerdem wäre das möglicherweise ein toller Übernachtungsplatz. In Haukland



    fegte der Sand, dass nach einer Nacht dort wahrscheinlich der Lack bis auf die Grundierung runter gewesen wäre. Utakleiv war trotz des Wetters sehr gut besucht. Hmmm, was tun? Fahren wir mal nach Eggum. Dort soll es auch einen Platz mit Mitternachtssonnenblick geben. Landschaftlich toll, und als wir ankommen, hört auch langsam der Regen auf. Stürmisch ist es aber, so dass es uns den Kühlschrank ausbläst. Erst der dritte Positionswechsel bringt Erfolg.


    Sicht auf's Meer ist gut aus den Seitenfenstern und der Kühli bleibt an. Nur läßt sich die Sonne leider nicht sehen. Wir gehen noch rund zwei Stunden wandern



    und verbringen danach den Abend mit Meer gucken.




    Sonntag, 22.06.14


    Der Wind hat sich etwas gelegt, und der Himmel zeigt sich zuweilen bläulich. Wir frühstücken in aller Ruhe mit Blick auf das immer noch aufgewühlte Nordmeer. Das Wikingermuseum in Borg wartet. Dort treiben wir uns gut vier Stunden rum.



    Die Zeit sollte man schon einplanen. Alle Erklärungen gibt es per Kopfhöhrer auch in deutscher Sprache. Als wir wieder am Parkplatz sind ist der Himmel wieder bedrohlich dunkel. Kriegsrat... Wir beschließen Richtung Lødingen zu bummeln. Mal schauen wie sich das Wetter weiter verhält. Gegen halb sieben abends kommen wir in Lødingen an, das Wetter ist immer noch bedrohlich dunkel, die Fähre auf's Festland liegt im Hafen als wenn sie nur auf uns gewartet hätte, die Entscheidung ist gefallen. Trotz des kürzeren Weges ist die Fähre gute 100 NOK teurer als die erste. Wir vermuten dass es mit der diesmal tatsächlichen und nicht geschätzten Länge zu tun hat. Ein paar Meter schaffen wir noch bis wir auf einer Hochebene, dem Vestre Fjellan, ein total ruhiges Nachtplätzchen finden. Keine Straße, kein Auto, kein Mensch, totale Ruhe. Wir schlafen gut. Halt ein Stellplatz irgendwo im nirgendwo.


    Skandinavien 2014 oder ... wenn nicht jetzt, wann denn dann?



    Donnerstag, 12.06.14


    16:00 Uhr Feierabend, 16:15 Uhr zu Hause, 17:00 Uhr auf der Bahn . Eigentlich eher langsam für Travelking's aber es ist schon in Ordnung weil wir heute "nur" bis Flensburg kommen wollen. Ja und da spielt der Kasten seine Stärken aus. Schnell ist er, wenn man will und wann man auf einem Stellplatz ankommt ist letztlich ziemlich egal. Nix mit Bürozeiten und geschlossenen Schranken. Nach entspannten 500 km erreichen wir so den Stellplatz der Flensburger Stadtwerke im Hafen. Motor aus und Bubu machen.



    Freitag, 13.06.14


    Meinereiner, seines Zeichen's Frühaufsteher, darf sich dann um das Frühstück kümmern. Im Hafen gibt's 'ne Tankstelle mit Bistrobereich und somit frische Brötchen. Frühstück mit Blick, durch die offene Schiebetür, auf den Hafen. Tanken wollen wir auch noch eben und schon geht's weiter Richtung Grena. Dort legt um 14:20 Uhr unsere Fähre nach Varberg in Schweden ab. Auf schwedischem Boden plündern wir als erstes einen Bankomaten damit man ein wenig Barschaft dabei hat. Wir fahren auf den vorzüglichen Camping Apelwiken und was steht an der Rezeption? Cash Free Zone. Dafür hat man also Geld geholt. Wir genießen noch einen wunderbaren Abend mit tollem Sonnenuntergang.



    Samstag, 14.06.14


    Wir gönnen uns auf dem Weg noch einen Abstecher nach Göteborg. Auch hier überzeugt der Kasten wieder. Ein normaler Parkplatz in der Nähe des Hafens reicht aus. Haga der alte Stadtteil aus dem 17ten Jahrhundert ist das Ziel. Alte, überwiegend aus Holz gebaute Häuser, reihen sich aneinander.



    Kleine Läden, Kneipen und Restaurants füllen die alten Häuser passend. Danach möchte Frau noch die Kungsportsavenyn, eine Einkaufsmeile, sehen. Unterwegs gönnen wir uns ein Eis. Gott sei Dank nur eine Kugel. Und die Moral von der Geschicht, Eis können Schweden nicht. Selten so ein künstlich schmeckendes, teures Eis gegessen. Von Göteborg aus fahren wir noch bis Alan und finden einen Stellplatz am Hafen.



    Dort verbringen wir den Abend mit einem Lofotenrückkehrer der uns noch ein paar gute Tipps zu Übernachtungsplätzen und Routenempfehlungen gibt.



    Sonntag, 15.06.14


    Ein solcher empfohlener Stellplatz ist am Öjesee. Angenehme 250 km über die E45, den Inlandsvägen, sind schnell abgerissen und wir stehen wiederum direkt am Wasser.



    Den Rest des Tages verbringen wir mit einem Waldspaziergang, abhängen und Reisebericht schreiben. Gegen Abend zieht es sich etwas zu und es wird im Gegensatz zu gestern recht kühl. Wir schauen noch ein wenig Fernsehn. Dürfte für die nächste Zeit das letzte Mal sein. Ich komme mit der Neigung der Schüssel dann wohl nicht mehr weit genug runter.



    Montag, 16.06.14


    Weiter geht's... Wir wollen alte Bekannte besuchen die vor gut 10 Jahren nach Schweden ausgewandert sind und in der Nähe von Svenstavik eine neue Bleibe gefunden haben. Dort vermieten sie Hyttas und betreiben einen kleinen Stellplatz. Aber was in Schweden "in der Nähe von" heißt lernen wir wieder mal kennen. Unsere Else führt uns erst mal etwa 30 km westlich von der E45 weg um dann in einen geschotterten Waldweg ab zu biegen. Kommt uns nicht mal komisch vor weil ich vorher auf Google Earth auch einen Schotterweg als Zufahrt zu ihrem Grunstück gesehen hatte. Die Grundstückszufahrten hier sind lang, mitunter sogar sehr lang, in diesem Fall 7 km bis Else kräht: Ziel erreicht. Hmmmm, wir stehen auf einer Kreuzung mitten im Wald und weit und breit kein Haus . Lediglich Wegweiser zum Ort Svenstavik. Entfernung 35 km. Ich schaue auf mein Handy und siehe da, es hat mitten in der Pampa Netz . Schweden halt. Ich schmeiße das kasteneigene W-Lan an und bekomme in rasanter Geschwindigkeit einen Seitenaufbau. Dort fische ich mir die GPS Koordinaten aus der HP der Bekannten und füttere damit unsere Else. So ganz falsch waren wir gar nicht mal, müssen halt „nur mal eben" um den Berg herum fahren. Knappe weitere 20 km Schotterstrecke.



    Nebenbei, das ist hier oben in Schweden nicht unnormal und gilt als ganz normale Verbindungsstrecke zwischen etwas abgelegeneren Orten. Läßt sich teilweise auch problemlos mit erlaubtem Tempo 70 km/h befahren nur staubt's halt. Letztlich erreichen wir den Hof mit Müh und Not, der Knabe lebt dat Pferd is tot... Ne, ohne Quatsch, die Fahrt durch die Walder ging schon in Ordnung, auch ohne jegliche Blessuren, aber mit Wohnwagen hätten wir das abgebrochen.
    Wir „erwandern“ nachmittags noch gut zwei Stunden Miriam und Christophs Grundstück,



    hier ist halt alles etwas größer, und verbringen abends einen gemütlichen und sehr informativen Abend mit den beiden und anderen deutschen Gästen in der Grillhütte.



    Dienstag, 17.06.14


    Zurück durch den Wald und die Zubringerstraße zur E45. Der Besuch hat uns mal eben etwa 150 km Umweg eingebracht die sich aber voll gelohnt haben. Der heutige Tag ist, ich sag mal eher kühl, es hat knapp unter 10 Grad. Aber egal, heute wollen wir Strecke machen. Auf dem Inlandsvägen läuft es gut, man möchte gar nicht mehr aufhören zu fahren.



    Keine Sekunde ist langweilig und man muß äußerst konzentriert fahren weil immer mal wieder Rentiere die E45 kreuzen.



    Dabei haben Rentiere dann nix mit Renntieren zu tun, sie haben dabei meist die Ruhe weg. Der Verkehr bremst mehrfach in beiden Richtungen bis zum Stillstand. Die letzten Kilometer vor Storuman wird der Inlandsvägen ausgebessert was sich in Schweden in etwa 15 km Schotterstrecke zeigt. Zwischendurch in dieser Baustelle wird's dann noch etwa 5 km einspurig und ein "FollowMe Fahrzeug lotst die Fahrzeugkolonne wechselseitig durch die Baustelle. Ab Storuman wechseln wir dann auf die E12 Richtung Mo i Rana. Nach rund 650 km beenden wir die heutige Fahrt. An einem See, auf der Karte ist er so klein, dass nicht mal ein Name dran steht, aber real würden unseren größeren Talsperren da mindestens 10 mal reinpassen, finden wir einen Platz direkt am Wasser. Ja, hier kann man tatsächlich bis ans Wasser ranfahren und problemlos übernachten.



    Nur Camping, sprich Markise, Tisch und Stühle, sind hier natürlich verboten. Aber auch hier in der absoluten Einsamkeit funktioniert unsere österreichische Sim Karte mit schwedischem Netz einwandfrei und schnell. Da scheint mir Deutschland noch absolutes Entwicklungsland in Sachen Internet auf dem Land zu sein .

    Grab, buddel, such....


    Auf den 6300 km in Skandinavien hatten wir genug Zeit Hörbücher zu hören. Außer Mario Barth und Michael Mittermeier hat es uns Jussi Adler Olsen angetan. Karl Mørck und sein Assistent Assad im Dezernat Q sind einfach nur spannend und kurzweilig. Gehört haben wir Erbarmen, Schändung, Erlösung und Verachtung. Außerdem haben wir noch Jan Weiler " Das Pubertier" gehört.

    Hej ihr beiden,


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    Der Nick hat mich erst etwas verwirrt.


    Nicht nur verwirrt, sogar überlesen hab ich's. Aber Peter ist ja auch so ein Nickverwirrer :lol:


    Auch von uns ein Herzlich Willkommen und genauso viel Spaß mit dem neuen Auto wie wir das haben.

    Hej Werner,


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    demzufolge auch in Deutschland nicht viel günstiger.


    Vielleicht denkst du mal über einen Urlaub in Polen nach.

    Willkommen Olaf,


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    Am liebsten bin ich in Skandinavien unterwegs, der nächste Urlaub dort wird im Juli mit meinem neuen Kasten sein - freue mich schon sehr...


    Da wird's ja dieses Jahr ziemlich voll werden. Sind scheinbar einige die dieses Jahr mit'm Kasten da rauf wollen.